(Bilder zum Bericht gibt es in unserer Galerie)

13. Juni 2009, morgens um 05:30 ist die Welt noch in Ordnung. Aber kurz darauf klingelt schon der Wecker.

Wir stehen auf und packen ein, was wir nicht schon gestern Abend gepackt haben. Sprich fast alles. Etwas an Kleidern, Penntüte, Necessaire, Futter für 2 Mal Mittagessen und natürlich den ganzen Tauchplunder.

Um 07:00 treffen wir uns beim Kompressor. Mänfu fährt mit Sägi im Firmenbus mit dem ganzen Tauchzeugs. Beat, Stöffu und Andrea fahren bei mir mit. Mit guten 110 km/h geht es Richtung Ostschweiz. Auf der Raststätte Thurau machen wir eine kurze Kaffeepause, schliesslich sind wir sehr gut in der Zeit.

In Romanshorn angekommen staunen wir nicht schlecht, sind doch Thesi und Claude mit Jonas und Nina sowie Martina und Silke und auch Louis-Philipp und Rene schon da. Walter trifft kurz nach uns ein. Nur von unserem Reiseleiter mit dem versprochenen Anhänger ist nichts zu sehen. Aber nachdem Martina mal kurz durchgeklingelt hat, fährt auch er ein. Er stellt sich als Andy vor und gibt sofort das vorgesehene Programm durch.

Zuerst wird all unser Gepäck in den Anhänger geladen. Mittlerweile ist auch der Bruder von Andy, Dani aufgetaucht. Und wer nicht genau hingesehen hat, hat nicht bemerkt, dass die Person und nicht nur die Kleider gewechselt haben. Dani bittet uns ins alte Postauto, welches bereit steht, einzusteigen. Ein wirklich alter Saurer von ca. 1963 oder so. In einem dezenten Gelb gehalten mit Panoramafenstern. Das Fahrzeug ist mit eine polnischen Klimaanlage ausgerüstet (Fenster und Dachluken zum Öffnen). Und schon geht es los. Bereits auf den ersten paar Metern wird klar, dass in so einem Fahrzeug der Chauffeur noch richtig arbeiten muss. Servolenkung – Fehlanzeige. Auch das Schalten mit Halbgängen ist gewöhnungsbedürftig, das kenne ich aus eigener (Militär-) Erfahrung. Dafür ist das Horn ein Genuss. Wer kennt nicht die alten Postauto-Hörner. Kompressor betrieben. Extrem laut. Wenn Dani den Knopf gedrückt hatte, hörte man als erstes den Kompressor einatmen, um kurz darauf den bekannten Dreiklang in die Welt zu posaunen – „TÜÜÜÜTAAAAATOOOO“.

In Romanshorn angekommen teilte uns Martina in zwei Gruppen ein, wobei jede Gruppe aus drei Buddy-Teams bestand. Mein erster Buddy war Mänfu. Ein gutes Gefühl, ist man doch mit Mänfu immer auf dem richtigen Weg. So montierten wir unsere Geräte und zogen die Anzüge an. Als wir beinahe fertig waren kam Andy und sagte, wir sollen uns nicht so beeilen, es seien noch drei Guides bestellt, welche aber erst in ein paar Minuten eintreffen werden. Ein Buddy-Team aus unserer Gruppe war aber bereits fertig und auf dem Weg zum Wasser. So machten auch wir den TG ohne Guide. Es handelte sich um einen typischen Gerümpeltauchgang. Einige Boote waren versenkt worden. Mänfu führte mich zum Kajütenboot und anschliessend zum Weidling. Zuletzt fanden wir noch das Bösch-Boot. Dann gings zurück zur Ansaugleitung und dem Grund entlang zur Ausstiegstelle. Die Sicht war so la la. ca. 2-3 Meter, mehr war nicht drinn.

Nachdem alle von ihren ersten Tauchgängen zurückgekehrt waren, wurden Tische und ein Gasgrill aus dem Anhänger ausgeladen. Beim gemütlichen Grillieren wurde diverses Taucherlatein ausgetauscht.

Nach dem Essen und nach dem Kaffe und nach der Siesta zogen wir nochmals unsere Schwimmhäute über. Diesmal war unsere Gruppe dran, um mit dem Boot zum Kornhaus gebracht zu werden. Diesmal tauchte ich mit Claude. Wir fanden ohne langes Rumgesuche die angekündigte Leine unter Wasser. Wovon, Andy hat von einem Seil gesprochen, und was wir gefunden haben ist höchstens eine Schnur. Vielleicht lag es aber auch an der Sprache der Ostschweizer. Wir fanden jedenfalls die angekündigten Attraktionen (2 Boote, 1 Auto, Teil eines Kranes, etc.). Wieder ein Gerümpeltauchgang.

Auf dem Rückweg fuhr Andy etwas forsch durch eine Welle, wobei Wasser über den Bug ins Boot schwappte. Da wir unsere Geräte nicht ausgezogen hatten, hätten wir beinahe als allererste einen Tauchgang bei einem neuen Wrack machen können. Aber zum Glück bekamen wir durch unsere Umpositionierung die Lage wieder in den Griff und konnten gut erhalten im Hafen anlegen.

Nachdem wieder alle Flaschen gefüllt waren und unser Gepäck im Anhänger verstaut war, durften wir erneut im alten Bus Platz nehmen. Der Bus fuhr übrigens früher die Strecke Reichenbach – Scharnachtal – Kiental. Zu diesem Zweck war ein spezielles Getriebe eingebaut worden, welches Steigungen bis 28% bewältigen konnte. Dafür beläuft sich die Höchstgeschwindigkeit auf 75km/h.

Auf der Rückfahrt erfüllte uns Dani nochmals den Wunsch mit dem absolut coolen Horn. Eine Fussgängerin auf dem Trottoir rechnete jedoch nicht damit und wäre beinahe in ein Schaufenster gesprungen. Was für ein Bild.

Dadurch, dass wir es am Nachmittag extrem gemütlich genommen hatten, blieb vor dem Nachtessen keine Zeit mehr, zu Duschen. Nur kurz das Gepäck in den Zimmern deponieren und wieder zurück zum Bus. Dieser fuhr uns zum Hafen in Romanshorn, wo Martina in einer lauschigen Beiz Plätze reserviert hatte. Das Essen war gut, die Aussicht auf den Hafen perfekt und der zartrosa Himmel eine Augenweide.

Zu Fuss ging es wieder zurück zur Unterkunft. Und weil just an diesem Wochenende Schlauchfest war, konnten einige noch in der Bar einkehren und etwas trinken. Die ganz unerschrockenen packten jedoch nochmals ihr Tauchzeug und fuhren für einen Nachttauchgang zum Inseli in Romanshorn. Diesen TG machte ich mit Stöffu. Dem Wellenbrecher entlang ging es bis in eine Tiefe von 5.5 Metern in die Dunkelheit. Etliche Aale kreuzten unseren Weg. Ein grosser Krebs und grosse Eglischwärme sorgten für richtiges Tauchfeeling. In der Ferne (Sichtweite ca. 4-5Meter) sahen wir Rudi den Killerkarpfen. Ein riesen Teil im Schein unserer Lampen. Ein wirklich schöner Nacht-TG.

Nach unserer Rückkehr nahmen wir noch einen Schlummertrunk zu uns und kurz darauf gingen 2/5 der Bewohner unseres Zimmers zu Bett. Anschliessend legte sich die Nacht auf Rohrschach und was dann geschah wissen nur wenige. Ich gehöre definitiv nicht dazu.

Jedenfalls waren Martina, Silke und Stöffu um 05:30 auf den Beinen und fuhren mit den im Nachttauchgang gebrauchten Flaschen nach Rohrschach, um diese zu füllen. Fast pünktlich erschienen sie kurz nach 08:00 beim Frühstück.

Nachdem wir alle Zimmer abgegeben und ein bisschen umgepackt hatten, fuhren wir zum Fährhafen in Romanshorn, wo ein Partyboot auf uns wartete. Familie Martin und Andrea verabschiedeten sich von uns und traten nach einem Minigolf die Heimreise an. Die Übriggebliebenen wurden von einem Berufstaucher, Jan, auf seinem Boot begrüsst. Wir fuhren zu einem richtigen Wrack vor Widenhorn. Andy hatte zuvor mit Kollegen eine Boje am Wrack festgemacht. Es handelt sich um einen Lastensegler welcher irgendwann vor 1900 dort gesunken ist. Diesmal tauchte ich mit Beat. Das Wrack hatten wir dank der Leine schnell gefunden. Aber auch bei diesem Tauchplatz war es wieder so, dass diverse Gegenstände (Padalo, Boot, Taucherglocke, Fass, etc.) versenkt worden waren, um wenigstens etwas betauchen zu können, wenn man genug vom Wrack gesehen hat. Und wieder war alles mit Leinen verbunden, damit auch sicher niemand vom Weg abkommt.

Nach dem Tauchgang machten wir es uns auf dem Boot gemütlich. Festbank, Sonnenschirm, Holzkohlegrill. Herz, was willst Du mehr. Ein super Abschluss für unseren Bodenseeturn.

Ich möchte mich nochmals recht herzlich bei Martina für die super Organisation bedanken. Natürlich danke ich auch Andy für die guten Führungen und Dani für die coole Bus-Fahrt. Jan für die angenehme Bootsfahrt und den Support an Bord. Meinen Mitreisenden danke ich dafür, dass sie mir beim Fahren nicht immer drein geredet haben (immer wenn ich den Schlüssel gedreht habe, sind bei meinen Mitfahrern die Augenlider zugeklappt, komisch). Ach ja, und natürlich möchte ich Petrus nicht vergessen, welcher uns unglaublich gutes Wetter bescherte. So sollte ein TTB Wochenende immer sein. Obschon, von erholsam kann keine Rede sein.....

Liebe Grüsse Marcel